Initiatoren und Motivation

1997 schlossen sich verschiedene Vereine der Wohnungslosenhilfe und Privatpersonen wie Architekten, Künstler, Streetworker und ehemals Betroffene zur Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. zusammen.

Zu der Zeit begann in Köln, wie auch in anderen deutschen Großstädten, ein politisches Umschwenken im Umgang mit wohnungslosen Menschen und der Nutzung des öffentlichen Raums in den Innenstädten. Das Klima der Toleranz gegenüber den wohnungslosen Menschen schlug um. Der Aufenthalt wohnungsloser Menschen im Innenstadtbereich wurde nicht mehr toleriert. Aufenthaltsverbote im umgebauten Hauptbahnhof sowie den U-Bahnhöfen wurden rigoros umgesetzt. Betteln wurde verboten, kontrolliert und bestraft. Die Deutsche Bahn begann ihre Kunden mit Texten wie „SSS“ („Sicherheit-Sauberkeit-Service“) zu umwerben. Es begann eine massive Vertreibung wohnungsloser Menschen von ihren traditionellen Plätzen in der Innenstadt.

Die Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfevereine, wie die von OhneFestenWohnsitz e.V. (OFW), Mitbegründer der Initiative Bauen Wohnen Arbeiten, die aus Ehrenamtlichen und ehemalig Betroffenen bestanden, boten zu der Zeit aufsuchende Hilfe für Menschen, die in den Innenstädten übernachteten, an. Sie erreichten ihre Klienten nicht mehr oder verbrachten den Tag mit langem Suchen. Auch Bauwagenplätze auf städtischem Gelände, die als Notunterbringung im Winter den Hilfevereinen zur Verfügung gestellt wurden, mußten geräumt werden.

In diesem Klima, das war den Mitarbeitern von OFW klar, konnte keine Soziale Arbeit mehr stattfinden, wie bisher praktiziert. Hinzu kam, dass an den Ursachen der Wohnungslosigkeit nicht viel getan wurde. Es gab keine Möglichkeit für wohnungslose Paare, gemeinsam ein Übernachtungsangebot zu bekommen. Das gleiche galt für wohnungslose Hundebesitzer.

Ideen Umsetzung

Zu dieser Zeit fanden wir Gründer der Initiative uns zusammen, um die Idee eines Bauprojektes umzusetzen, das Leben und Arbeiten an einem Ort zusammenführt und das für alle Gruppen unserer Gesellschaft interessant und offen ist. Zusammen erarbeiteten wir ein Finanzierungskonzept. Als Rechtsform für unsere Aktivitäten wählten wir die des eingetragenen Vereins. Unser Ziel war es, für rund 150 Menschen Wohnraum zu schaffen. Die zu leistende Arbeit sollte zu einem großen Teil von langzeitarbeitslosen wohnungslosen Menschen erbracht werden, die vom Verein selbst beschäftigt und qualifiziert würden.

Als in Köln ein ehemaliges Kasernengebiet zu Wohnraum umgebaut werden sollte, war der Zeitpunkt für uns gekommen. Wir konnten den Landesbauminister davon überzeugen, dass ein Angebot für wohnungslose Menschen bei dem Bau eines neuen Wohngebiets notwendig und sinnvoll ist. So konnten wir eins der denkmalgeschützten Kasernengebäude mit Grundstück erwerben, nachdem wir zuvor die Wohnungsbauförderungsanstalt und die Bank für Sozialwirtschaft davon überzeugt hatten, uns die notwendigen Baugelder in Höhe von 3 Millionen Euro als Darlehen zur Verfügung zu stellen.

Wir begannen unsere Arbeit, indem wir Bauwagen aus ganz Köln und Umgebung auf unser 6000 qm großes Grundstück zogen. In diese zogen die ankommenden Wohnungslosen ein, aber auch wir mit unserem Büro und dem mobilen Restaurant, in dem das Essen zubereitet wurde. Bereits nach wenigen Wochen hatten wir über 20 wohnungslose Mitarbeiter in unserem Baubetrieb, die mit den Umbau- und Neubauarbeiten unter Anleitung und sozialer Betreuung begannen. Unter den wohnungslosen Kölnern war der Beginn unseres Bauprojektes so bekannt wie die Bildzeitung.

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